Urlaub am Schleinsee: bewusst unterwegs zwischen Hof, Natur und Bodensee

Der Tag beginnt mit dem Blick über die Wiesen. Vom Hof aus führen Wege durch das hügelige Bodenseehinterland, zum Schleinsee und weiter in Richtung Bodensee. Viele Ausflüge lassen sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternehmen.

Das Hofgut Schleinsee ist seit sieben Generationen mit der Landwirtschaft und der Landschaft rund um den Schleinsee verbunden. Heute vereinen wir hier Landwirtschaft, Ferienwohnungen, Gästezimmer, Hofcafé und Hofladen.

Auf dieser Seite zeigen wir, welche konkreten Maßnahmen wir auf dem Hof umsetzen und wie unsere Gäste die Umgebung auch ohne tägliche Autofahrten entdecken können.

Was bedeutet bewusstes Reisen für uns?

Bewusst zu reisen bedeutet für uns nicht, einen vollkommen umweltneutralen Urlaub zu versprechen. Jede Reise verbraucht Energie und Ressourcen.

Es gibt jedoch Entscheidungen, die den Verbrauch während des Aufenthalts beeinflussen können: die Art der Anreise, die Verkehrsmittel vor Ort, der Umgang mit Wasser und Energie oder die Wahl der Ausflüge.

Auf dem Hofgut setzen wir deshalb in verschiedenen Bereichen konkrete Maßnahmen um. Gleichzeitig geben wir unseren Gästen Möglichkeiten an die Hand, ihren Aufenthalt nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Unsere Energieversorgung auf dem Hofgut

Wärme aus Holz unserer Waldflächen

Unsere Gebäude werden mit einer Hackschnitzelheizung beheizt. Auch das Warmwasser erzeugen wir über diese Anlage. Die verwendeten Hackschnitzel stammen aus den von uns bewirtschafteten Waldflächen.

Holz ist auch bei eigener Herkunft nicht automatisch klimaneutral. Entscheidend sind unter anderem die Bewirtschaftung der Waldflächen, die Transportwege und die eingesetzte Technik. Deshalb beschreiben wir an dieser Stelle bewusst die Herkunft und Nutzung des Holzes, ohne eine pauschale Klimawirkung zu versprechen.

Strom aus unseren Photovoltaikanlagen

Auf den Dächern des Hofguts betreiben wir Photovoltaikanlagen. Diese erzeugen jährlich rund 150.000 Kilowattstunden Strom.

Etwa die Hälfte des erzeugten Stroms verbrauchen wir direkt auf dem Hof. Den übrigen Strom speisen wir in das öffentliche Stromnetz ein.

Der tatsächliche Ertrag und der Anteil des Eigenverbrauchs können sich je nach Wetter, Strombedarf und Betriebsjahr verändern.

Wärmerückgewinnung bei der Milchkühlung

Die Milch unserer Kühe muss nach dem Melken gekühlt werden. Die dabei entstehende Wärme nutzen wir mithilfe einer Wärmerückgewinnungsanlage für die Warmwasserbereitung.

So wird Wärme, die beim Kühlvorgang entsteht, in einem weiteren betrieblichen Prozess genutzt.

Wasseraufbereitung im Betrieb

In der Landwirtschaft und im Hofcafé verwenden wir Anlagen zur Wasseraufbereitung. Diese sind auf die jeweiligen betrieblichen Anforderungen abgestimmt.

Eine Wasseraufbereitungsanlage allein bedeutet nicht, dass kein Wasser verbraucht wird. Sie ist jedoch ein konkreter Bestandteil unserer technischen Ausstattung und unserer betrieblichen Abläufe.

Landwirtschaft und Futter vom eigenen Betrieb

Den überwiegenden Teil des Futters für unsere Kühe erzeugen wir auf den von uns bewirtschafteten Flächen. Einzelne Futterbestandteile kaufen wir hinzu.

Die genaue Zusammensetzung kann sich je nach Ernte, Futterqualität und Bedarf der Tiere verändern. Deshalb sprechen wir bewusst von einem überwiegenden Anteil und nicht ausschließlich von hofeigenem Futter.

Auch die weibliche Nachzucht unserer Milchviehherde ziehen wir auf dem Hof groß. Die Kälber und Jungtiere bleiben damit über einen längeren Zeitraum Teil unseres landwirtschaftlichen Betriebs.

Lebensmittel vom Hof und von Menschen, die wir kennen

Ein Teil der Lebensmittel, die wir im Hofladen, beim Frühstück oder im Rahmen von Feiern anbieten, entsteht direkt auf dem Hofgut. Dazu gehören unsere Eier, selbst gebackenes Bauernbrot und unser Käse.

Für Feiern und Veranstaltungen verwenden wir bei ausgewählten Gerichten außerdem Fleisch von Rindern und Kälbern aus unserer eigenen Landwirtschaft.

Nicht jedes Lebensmittel dürfen oder können wir selbst im Gästebetrieb oder Hofcafé verarbeiten. Das gilt beispielsweise für unsere Milch. Aufgrund der gesetzlichen und hygienischen Vorgaben verwenden wir sie nicht ohne Weiteres direkt im Cafébetrieb.

Deshalb arbeiten wir außerdem mit Lieferbetrieben und landwirtschaftlichen Familien zusammen, deren Produkte und Arbeitsweise zu unserem Angebot passen.

Gemüse beziehen wir unter anderem aus der Bodenseeregion. Obst stammt je nach Saison von unseren eigenen Hochstämmen oder von befreundeten landwirtschaftlichen Betrieben. Dazu gehören beispielsweise Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Zwetschgen, Erdbeeren und Stachelbeeren.

Bei der Auswahl unserer Lebensmittel sind für uns die Qualität, eine verlässliche Zusammenarbeit und die Verbindung zu den Menschen hinter den Produkten wichtig. Viele dieser Kontakte sind über Familie, Landwirtschaft und die frühere Landfrauenarbeit von Maria entstanden.

Dabei behaupten wir nicht, dass jedes verwendete Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung stammt. Auch wir sind bei bestimmten Produkten auf spezialisierte Lieferbetriebe und längere Lieferwege angewiesen.

Reinigung und Wäsche

Unsere Gästewäsche reinigen wir in der eigenen Wäscherei. Soweit es Erzeugung und Verbrauch zeitlich zulassen, nutzen wir dabei auch Strom aus unseren Photovoltaikanlagen.

Für Reinigung und Wäsche verwenden wir Produkte der Firma Sonett. Die Verwendung einer bestimmten Marke macht einen gesamten Reinigungsprozess nicht automatisch nachhaltig oder umweltfreundlich. Deshalb nennen wir konkret den eingesetzten Hersteller, ohne daraus eine allgemeine Umweltbehauptung abzuleiten.

Neben den Reinigungsmitteln beeinflussen auch Dosierung, Waschtemperatur, Maschinenlaufzeit, Wasserverbrauch und Trocknung den Ressourcenverbrauch.

Den Bodensee ohne tägliche Autofahrten entdecken

Vom Hofgut Schleinsee aus können Sie direkt zu Spaziergängen, Wanderungen und Radtouren starten. Wege führen rund um den Schleinsee, zum Degersee und durch das Bodenseehinterland.

Auch längere Radtouren in Richtung Kressbronn, Wasserburg, Lindau, Tettnang, Achberg oder Wangen sind möglich. Welche Strecke geeignet ist, hängt von Kondition, Wetter, Fahrrad und gewünschter Länge ab.

Mit einem Fahrrad oder E-Bike können viele Ziele erreicht werden, ohne für jede einzelne Strecke das Auto zu nutzen. Während der Fahrt entstehen am Fahrrad selbst keine direkten Abgase. Herstellung, Stromversorgung, Wartung und Anreise bleiben dennoch Teil der Gesamtbetrachtung.

Bus und Bahn mit der ECHT BODENSEE CARD

Unsere Übernachtungsgäste erhalten im Rahmen ihres Aufenthalts die ECHT BODENSEE CARD.

Mit ihr können Busse und Bahnen im Gebiet des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds entsprechend den jeweils geltenden Bedingungen kostenfrei genutzt werden. Darüber hinaus bietet die Karte Vergünstigungen bei verschiedenen Ausflugszielen.

Da sich Fahrpläne, Strecken und Leistungen ändern können, empfehlen wir, die aktuellen Verbindungen und Geltungsbereiche vor dem Ausflug zu prüfen.

Die Gästekarte kann vor allem dann praktisch sein, wenn Sie eine Wanderung oder Radtour nicht am Ausgangspunkt beenden oder Orte am Bodensee ohne Parkplatzsuche besuchen möchten.

Ausflüge in die Natur rund um den Bodensee

Die Region bietet zahlreiche Möglichkeiten, Landschaften und Lebensräume kennenzulernen.

Dazu gehören Spaziergänge und Radtouren durch das Bodenseehinterland, Wege entlang des Bodenseeufers sowie Besuche in ausgewiesenen Natur- und Landschaftsschutzgebieten.

In Schutzgebieten gelten besondere Regeln. Besucher sollten auf den vorgesehenen Wegen bleiben, Hunde entsprechend der örtlichen Vorgaben führen und ausreichend Abstand zu Wildtieren, Weidetieren und Brutplätzen halten.

Auch landwirtschaftliche Flächen sind keine frei zugänglichen Freizeitflächen. Wiesen, Äcker und Obstanlagen sichern die Existenz der dort arbeitenden Familien und sollten nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden.

Einfache Möglichkeiten während des Aufenthalts

Unsere Gäste entscheiden selbst, wie sie ihren Urlaub gestalten. Einige praktische Möglichkeiten lassen sich unkompliziert in den Aufenthalt integrieren:

  • Ausflüge direkt zu Fuß oder mit dem Fahrrad am Hof beginnen
  • Bus und Bahn mit der ECHT BODENSEE CARD nutzen
  • Licht und elektrische Geräte beim Verlassen der Unterkunft ausschalten
  • Fenster während des Heizens nicht dauerhaft gekippt lassen
  • Wasser beim Duschen, Spülen und Zähneputzen bewusst nutzen
  • Abfälle entsprechend den Hinweisen in der Unterkunft trennen
  • Mehrwegflaschen und eigene Einkaufstaschen verwenden
  • Auf den Wegen bleiben und Abstand zu Tieren halten
  • Lebensmittel passend zum tatsächlichen Bedarf einkaufen

Diese einzelnen Handlungen machen einen Urlaub nicht automatisch nachhaltig. Sie können aber dazu beitragen, unnötigen Verbrauch und vermeidbare Abfälle während des Aufenthalts zu reduzieren.

Mülltrennung in unseren Unterkünften

In unseren Ferienwohnungen und Gästezimmern finden Sie Hinweise zur Mülltrennung. Darin erklären wir, welche Abfälle in welche Behälter gehören.

Sollte etwas unklar sein, helfen wir gerne weiter. Eine richtige Zuordnung ist wichtig, weil die Entsorgungswege und Vorgaben je nach Abfallart unterschiedlich sind.

Gemeinsam Abfälle aus der Landschaft entfernen

Rund um den Bodensee finden regelmäßig Müllsammelaktionen statt, darunter die Bodensee CleanUP Days. Dabei sammeln Teilnehmende zurückgelassene Abfälle an Wegen, in Ortschaften und entlang des Ufers.

Die Termine und Ausgabestellen für Sammelausrüstung werden von den veranstaltenden Organisationen veröffentlicht und können sich jährlich ändern.

Unabhängig von organisierten Aktionen gilt: Wer unterwegs Abfälle entdeckt, kann kleinere Mengen aufnehmen und sachgerecht entsorgen, sofern dies gefahrlos möglich ist. Spitze, unbekannte oder gefährliche Gegenstände sollten nicht mit bloßen Händen angefasst werden.

Unser Umgang mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen

Wir möchten nachvollziehbar darüber informieren, was wir auf dem Hof tatsächlich umsetzen.

Deshalb verzichten wir bewusst auf pauschale Aussagen wie „klimaneutraler Urlaub“, „umweltfreundliche Unterkunft“ oder „vollständig nachhaltiger Betrieb“. Solche Aussagen würden eine umfassende Bewertung voraussetzen, die viele unterschiedliche Bereiche einbezieht.

Stattdessen benennen wir konkrete Maßnahmen: die Photovoltaikanlagen auf unseren Dächern, die Hackschnitzelheizung, die Wärmerückgewinnung, Futter von unseren Flächen, hofeigene Lebensmittel und Möglichkeiten zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Diese Maßnahmen entwickeln wir im Rahmen unserer betrieblichen Möglichkeiten weiter. Angaben zu Mengen, Anlagen und Abläufen aktualisieren wir, wenn sich wesentliche Veränderungen ergeben.

Urlaub zwischen Landwirtschaft, Natur und Bodensee

Ein Aufenthalt auf dem Hofgut Schleinsee ist kein Urlaub außerhalb des Alltags und seiner Auswirkungen. Energie, Wasser, Lebensmittel, Mobilität und Reinigung gehören auch bei uns zum täglichen Betrieb.

Was wir anbieten können, ist ein ehrlicher Einblick: in unsere Landwirtschaft, in die Herkunft ausgewählter Lebensmittel und in konkrete technische und betriebliche Maßnahmen.

Unsere Gäste können direkt vom Hof zu Fuß oder mit dem Fahrrad starten, Bus und Bahn nutzen, Zeit in der Natur verbringen und erleben, wie Landwirtschaft, Gästebetrieb und Hofcafé an einem Ort zusammenkommen.

So möchten wir den Aufenthalt am Schleinsee gestalten: gastfreundlich, transparent und eng verbunden mit dem Hof und seiner Umgebung.

Danke, dass du mitmachst. Für den See. Für die Natur. Für morgen.