Ein Lieblingsinseln-Ausflug: Mein Besuch im Cavazzen Museum Lindau

Am Dienstag war es so weit: Zur Feier des Namenstags von Mama (Oma Maria) haben wir unseren Familientraditionen folgend einen Ausflug gemacht – diesmal auf meine Lieblingsinsel Lindau. Zwar feiern heutzutage nur noch wenige den Namenstag, aber für mich ist es eine schöne Erinnerung an meine Oma Agnes, die diesen Tag immer höher als den Geburtstag stellte.

Da wir am Freitag auf dem Hofgut viel zu tun haben, haben wir den Tag kurzerhand vorverlegt und sind nach Lindau gefahren. Für mich bedeutet das jedes Mal: ein kleines Stück Urlaub direkt vor der Haustür. Nur 15–20 Minuten Fahrt, und schon ist man am Bodensee, inmitten enger Gassen, südlichem Flair und einer Kulisse, die mich sofort entspannen lässt.

Diesmal war unser Ziel das frisch renovierte Cavazzen – Museum Lindau samt Museumscafé Cavazzo. Ich hatte schon viel über den Umbau gehört – und wurde nicht enttäuscht.

Was ist das Cavazzen & warum wurde es restauriert?

Das Haus zum Cavazzen am Marktplatz gilt als eines der schönsten barocken Bürgerhäuser am Bodensee. Erbaut wurde es 1728/29 vom Schweizer Baumeister Jakob Grubenmann, nachdem ein verheerender Stadtbrand Lindau verwüstet hatte. Spannend: Im Museum erfährt man auch die Geschichte dieses Brandes – er entstand, weil damals versucht wurde, Gold herzustellen.

Viele Jahre diente der Cavazzen als Kunstmuseum, in dem große Ausstellungen von Nolde, Picasso, Chagall, Miró, Matisse, Macke oder Klee zu sehen waren. Doch ab 2019 musste das Haus schließen: Der Keller war feucht, das Fundament gesenkt, der Dachstuhl marode, Deckenmalereien übertüncht, Vergoldungen verloren.

Es folgte eine aufwendige, mehrjährige Restaurierung. 2025 konnte das Museum endlich wiedereröffnet werden – strahlender als je zuvor. Besonders beeindruckend: Im Museum gibt es einen Film und viele Fotografien, die zeigen, mit welcher Präzision Handwerker das Gebäude gerettet haben.

Warum ist die Restaurierung so besonders?

Das Cavazzen ist heute nicht nur ein Schmuckstück der Stadtgeschichte, sondern auch ein Paradebeispiel für gelungene Denkmalpflege.

  • Architektur & Geschichte erlebbar: Das Gebäude selbst erzählt seine Geschichte.
  • Moderne Ausstellungskonzepte: Mit interaktiven Stationen, Medien und Anekdoten wird Lindauer Stadtgeschichte lebendig – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
  • Lebendiger Ort: Mit Innenhof, Café und geplanten Veranstaltungen wird das Museum zum Begegnungsort mitten in Lindau.

Die neuen Räume im Cavazzen Museum Lindau

Während meines Rundgangs habe ich die Ausstellung so erlebt:

  1. Eingangsbereich / Foyer
    Schon hier spürt man die Geschichte des Hauses: Arkaden, Treppen, Fassade und das eindrucksvolle Dach.
  2. Geschichte Lindaus im Überblick
    Von der Frühzeit über das Mittelalter bis zu Handelswegen und europäischen Bezügen – anschaulich und spannend erzählt. Besonders die Geschichte des „Lindauer Boten“ oder Goethes Reisewege haben mich fasziniert.
  3. Patrizier- und Adelshäuser
    Prächtig gestaltete Räume zeigen, wie reiche Familien und Adel im Cavazzen und in Lindau gelebt haben.
  4. Interaktive Stationen
    Für Kinder wie Erwachsene: Geschichte zum Mitmachen, Hören, Sehen und Erleben.
  5. Museumscafé & Innenhof
    Mein Highlight: Im ruhigen Innenhof bei Kaffee und Kuchen zu sitzen. Ein wunderbarer Ort, um das Gesehene nachwirken zu lassen.

Mein persönlicher Eindruck

Die Insel zeigte sich an diesem Tag lebendig und sonnig. Schon beim Spaziergang durch die Gassen hatte ich Urlaubsgefühle – und das frisch renovierte Cavazzen setzte dem Ganzen die Krone auf.

Die vergoldeten Details und freigelegten Deckenmalereien leuchten wieder, die Räume strahlen Würde und Geschichte aus. Und gleichzeitig fühlt sich alles modern und einladend an. Besonders gefallen hat mir, dass die Ausstellung informativ, aber nicht überladen wirkt.

Der Abschluss im Museumscafé war perfekt: Kaffee, Kuchen und ein kurzer Spaziergang ans Bodenseeufer. Dort habe ich mir die Geschichte des Hafeneingangs mit dem bayerischen Löwen und dem Leuchtturm noch einmal ins Gedächtnis gerufen – und einfach das Treiben auf der Insel genossen.

Warum lohnt sich ein Besuch im Cavazzen Museum Lindau?

  • Kultur & Genuss vereint: Geschichte in einzigartigem Ambiente plus Café-Erlebnis.
  • Südliches Flair: Lindau wird nicht umsonst das „kleine Venedig vom Bodensee“ genannt.
  • Für Familien geeignet: Viele interaktive Angebote machen Stadtgeschichte auch für Kinder spannend.
  • Perfektes Ausflugsziel: In nur 15–20 Minuten vom Hofgut Schleinsee erreichbar – ideal für Gäste, die Natur, Kultur und Genuss verbinden wollen.

Mein Fazit: Wer Sehenswürdigkeiten in Lindau entdecken möchte, sollte sich das Cavazzen Museum mit seinem Museumscafé nicht entgehen lassen. Es verbindet Architektur, Geschichte und Genuss – und macht den Ausflug auf die Insel Lindau unvergesslich.

 

 

Bild: Lindau.de